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 | Martin [the-indian@gmx.de] am 10.02.03 um 22:17 Uhr |
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Machen wir uns nichts vor - trotz Einheit, die ja eher ein Anschluss des Ostens an den Westen war (denn die ehem. DDR hat ja alles vom Westen übernommen und alles, was es im Osten gab, wurde aufgegeben), existiert die Mauer nach wie vor in den Köpfen. Manche West-Bürger wünschen sich sogar, das der Mauerfall niemals stattgefunden hätte, weil sich ja jetzt "die Ossis Westen breitmachen", und Jobs den Westbürgern wegschnappen, weil es im Osten wenigere und schlechter bezahlte gibt.
Ich hab schon nicht selten gehört, dass Ossis im Westen wegen ihrer Herkunft dumm drauf angesprochen werden und in den härtesten Fällen gemobbt werden.
Ich finde das so erbärmlich, dass einige Westbürger die Ostbürger so derartig behandeln. Wo wir doch alle BRD-Bürger waren und nach Mauerfall wieder sind. Diese Leute beleidigen somit sich selbst.
Was ich erlebt habe:
>>Arbeitskollege fragte mich:
Feiert ihr eigentlich auch Weihnachten? Ihr seid doch im Osten alle Ateisten.
(Ernst gemeinte Frage!)
Am Anfang wurde ich immer mit "OSSI" betitelt. Irgendwann machte ich meinen Arbeitskollegen klar, das es reicht, und dass ich einen Vornamen habe.
Aber jetzt verstehen wir uns einigermaßen gut, wobei, besonders bei Meinungsverschiedenheiten, manchmal immer noch hier und da ein dummer Spruch über Ossis abgelassen wird.
Ich denk mir - lass sie labern, die werden schon merken, was sie davon haben. Nichts. |
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 | Andrea [s-a-s-fe@web.de] am 10.02.03 um 10:19 Uhr |
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Hallo, liebe Leute!
Ost-West-Tarif, BAT, BAT-O, BMTG, BMTG-O - sicherlich doch auch schon mal gehört, oder?? Ich, Ost-Berlinerin, finde es echt mies, dass unsere Stadt noch immer geteilt ist, wenn auch indirekt, aber auf Arbeit merke ich das jeden Tag... Das heißt, dass die, die nach Osttarif bezahlt werden, länger arbeiten müssen für weniger Geld und doch die selbe Arbeit wie die Kollegen aus dem Westen verrichten, ist wiklich dreist! Von wegen Gleichstellung - man sieht ja die Unterschiede... Wenn das mit den finanziellen Mitteln eben nicht so ganz machbar ist, dann hätte man von Angfang an sagen müssen: Westleute verdienen von nun an weniger, damit es gerecht wird - Waren werden preiswerter, damit ein Ausgleich geschaffen ist... Der Streit um den Potsdamer Platz - warum hat man ihn letztendlich in den Westteil der Stadt gelegt? - Ganz klar, damit die hohen Herrschaften auch ja nach Westtarif bezahlt werden... (!) Ich arbeite in Tempelhof, werde also auch nach Westtarif bezahlt, aber was ist mit all den anderen Leuten?? Was ist mit den jungen Menschen, die jetzt eine Ausbildung beginnen? Was können diese dafür, dass Deutschland einst geteilt worden war und in zwei verschiedene Richtungen hineinlebte? Ich war vor Kurzem im Abgeordnetenhaus von Berlin, es gab eine Führung und anschließend ein Gespräch mit Abgeordneten der FDP, SPD sowie CDU. Man konnte Fragen stellen und diskutieren - dachte ich zum Anfang, aber die Politiker lenkten rasch ab, wenn es ihnen zu heiß wurde... Ich kam auf das oben genannte Thema zu sprechen, aber darauf wollte wohl niemand so recht eingehen. Der Herr von der CDU - im schwarzen Frack, unter welchem er das Wrack (!) seiner wohl ebenso schwarzen Seele versteckte und der mit großer Wahrscheinlichkeit aus dem Westen kam - meinte nur trocken: "Warum das nicht so einfach anzugleichen geht, dürfte eigentlich klar sein. Ich wüsste nicht, was es da nicht zu verstehen gäbe! Die Menschen aus der ehemaligen DDR können zufrieden sein, dass sie nun überhaupt zum Westen dazu gehören!" .... So ungefähr hat er das in die Runde gesagt, dazugesponnen habe ich nichts! Ich fand das so dermaßemn dreist, dass ich gar nichts mehr sagte und einen neuen Jungwähler - nämlich mich, die im April 18 wird - haben sie damit bestimmt nicht gewonnen.....
Unser Zeichen ist die Sonne - hoffentlich bald in ganz Deutschland - bitte keine Konflikte mehr, für die Kriegsfolge Ost-West-Problematik kann doch keiner was von uns - Wir sind doch letztenlich alle aus einem Stück Stamm geschnitzt und Zusammenhalt ist das A und O eines friedlichen Miteinander.
Danke fürs Lesen,
eure Andrea. |
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