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 | wossi am 13.02.03 um 21:16 Uhr |
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wennick ma richti berlina, vasteht ma hier keena mehr... also im normal-deutsch:
Ich glaube, es geht in erster Linie gar nicht darum, den Osten in seinem Wesen und mit all seinen Macken zu glorifizieren... nein, ich glaube, man erinnert sich einfach gern an die alten Zeiten zurück und woran erinnert man sich am liebsten? Na an die schönen Zeiten. Wer möchte sich denn an die negativen Seiten des Lebens erinnern (die auch jeder Wessi in seinem Leben kennt)? Die DDR hat ihren Kultstatus genau aus dieser Situation heraus erhalten. Ich wünschte, alle Deutschen hätten die DDR mal kennengelernt (nicht lange, keine Angst, aber ausreichend lange, um mitreden zu können). Es gab nicht nur Gutes und es gab nicht nur Schlechtes, das sollte hier einmal herausgestellt werden. Ich zumindest erinnere mich gern zurück und muss gelegentlich richtig ablachen, wenn ich die Ostbegriffe lese oder höre und dann erinnere ich mich an die Kreativität (Not macht erfinderisch...), die sich letztlich genau in dieser Ossisprache wiederfindet.
Und an CHE :
es gab auch keine Bankräuber... weil man ja 15 Jahre auf einen Fluchtwagen hätte warten müssen...
In diesem Sinne... schön, dass es die DDR gab, sonst hätten wir nichts, worauf wir zurückblicken und lachen und schimpfen könnten, und gut, dass es sie nicht mehr gibt, jetzt können die Wessis mal zeigen, dass sie es besser können... sofern das so ist...
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 | Joe [joe.linnert@gmx.net] am 13.02.03 um 16:52 Uhr |
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So - erstmal: Das, was Ihr Forum nennt, ist keines, denn ich kann keine Antworten auf die Beiträge schreiben. Und in der Site-Navigation vermisse ich einen Kontaktlink,deswegen tippe ich das also hier ein.
Und jetzt mal zu den Erklärungen von Ostbegriffen, die mich stören:
Arbeiterversorgung: die von der Gewerkschaft organisierte kleine Frühstückspause halb 10 in Ostdeutschland
Stimmt so nicht - es war nicht irgendeine Pause, sondern die gesamte Versorgung mit Essen für Werktätige.
Hausbuch: In jedem Hausaufgang von einem Verantwortlichen geführtes Buch in welchem alle dort wohnenden Personen verzeichnet waren.
Eben nicht nur die - wer sich besuchsweise länger als 3 (?) Tage im Haus aufhielt, mußte auch eingetragen werden - die Stasi wollte es halt genau wissen.
Klappfix: Zelt, welches an seinen PKW-Anhänger anmontiert ist und somit schneller aufgestellt werden kann
War der Klappfix nicht der Anhänger selbst?
Niethosen: in den 60ern für Jeans
Nein, es gab auch in den 70ern Hosen, die vom Stil her den Jeans ähnlich waren, jedoch aus anderem, viel schlechterem Stoff bestanden - diese nannte man Niethosen.
Römerlatschen: heiß begehrte, leichte Sandalen; an denen erkennst Du auch noch heute den Ossi aus Überzeugung
Die Dinger wurden doch eher Jesuslatschen genannt, da sie oftmals von jungen, kirchlich orientierten Oppositionellen getragen wurden.
Soljanka: noch heute in keinem Ost-Restaurant fehlende Vorsuppe russischen Ursprungs
Vorsuppe ist gut - das waren die aufgekochten Küchenabfälle.
Spaten-Soldat: Zivildienstleistender (weil es offiziell keinen Wehrersatzdienst gab)
Das ist nun totaler Unsinn - es gab in der DDR auch keinen Zivildienst. Spaten- oder Bausoldaten waren Armeeangehörige, die keine Waffen einsetzten, sondern mit Bauarbeiten beschäftigt wurden.
Westler: hießen die Wessis vor der Wende
Bei uns hießen die eher Bundis.
Winkelement: A5-Papierfaenchen (heute vornehmlich bei CDU-Veranstaltungen zu sehen)
Diesen Begriff hat es umgangssprachlich nie gegeben - er ist wohl eher eine Erfindung von Kabarettisten.
So, das war's.
Gruß
Joe |
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 | Philipp [commander_kues@web.de] am 13.02.03 um 15:23 Uhr |
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Hallo ich bin gebürtiger Wessi aus nördlich von Hamburg, 22 Jahre alt und habe 1992 meine ersten Fußstapfen in den Ehemaligen-DDR-Sand bei Schwerin gesetzt. Ich war anfangs leicht schockiert über die vielen kaputten angegrauten Häuser und die Mauer in den Köpfen der Ost-Bürger.Und heute muß ich sagen: Für mich gibt es kein Ost oder West, wenn ich in den neuen Ländern unterwegs bin.
Deutschland gibt es doch schließlich nicht erst seit 1949, viele Städte in den neuen Ländern haben eine jahrhundertealte Tradition, die westlichen Städten in nichts nachsteht und wenn ich in Leipzig oder anderen Städten (rund um Rügen) bin, habe ich nie den Eindruck, daß es landschaftlich schlechter ist als in den alten Ländern. Ich habe erfahren, daß ein Trabbi auch bei Minusgraden ansprang und mit Anhänger hinten dran stand einem die Welt offen :-) das Bildungsniveau war höher und die Zusammengehörigkeit der Leute wurde viel mehr gelebt (weil man ja nicht alles da war, half man sich wo man konnte).
Seitdem sind mir die Begriffe "Florena", "Riesaer Zündwaren", "Bautzner Senf", "Sachsenknaller" usw. geläufiger und ich verstehe auch, wenn ein Ostbürger sagt "viertel sechs", wie spät es ist *g* .
Der Film ist einfach nur eine Hommage an die guten Dinge aus der DDR und ich finde es blöde von Wessis und Ossis gleichermaßen, noch von der Zone zu reden oder alle Wessis als arrogant abzustempeln.
Wir sind doch ein Volk.
In diesem Sinne |
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