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 | oje am 21.02.03 um 10:51 Uhr |
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Arme Eike, hattest du mit soviel Gegenwind gerechnet? Mich würde mal interessieren, wie alt du bist - hast du wirklich in all den Jahren nichts gemerkt? Es gab keine Arbeitslosen, jeder Depp wurde irgenwie beschäftigt und wenn er auf seiner Combine hinter einem Hügel stand und schlief - wenigstens konnte keiner die Maschine klauen. Und wie war dass mit den Beziehungen die man nicht brauchte? Wie sollte man sonst an einen Ferienplatz kommen oder an die begehrten Bückwaren? Ohne Seilschaften ging es doch gar nicht! Man brauchte sie nur für viel albernere Dinge wie Bretter, Fliesen, Bananen, Fernseher etc. Und wie war dass mit der Drei-Klassen Gesellschaft? Schon mal George Orwell gelesen? Alle Tiere sind gleich - nur manche sind gleicher? Schon mal mit Leuten gesprochen, die einen Ausreiseantrag gestellt haben? Oder Nutella auf dem Schulbrot hatten? Oder ein "von" vor dem Namen, oder in der Kirche waren, oder deren Eltern zur "Intelligenz" gehörten und die darum nicht studieren durften? Schon mal von einer jungen Frau gehört, die Friseurin werden wollte und als Elektrikerin endete oder von einem jungen Mann, der studieren wollte, aber erst Auto-Mechaniker lernen musste, weil seine Eltern dem System suspekt waren (dabei stirbt jeder Motor, dem er sich auf mehr als 1m nähert)? Oder von der jungen Grundschullehrerin, die sich in Ungarn in einen Lübecker verliebt und es gar nicht glauben kann, dass die Stasi was dagegen haben könnte-schließlich liebt sie nur - und doch ist sie nicht mehr tragbar und wird aus dem Schuldienst entfernt. Oder von dem Aufwand, der betrieben wurde, um Menschen an der Transitstrecke daran zu hindern, miteinander zu reden -nur zu reden!
Hast Du wirklich nichts gemerkt? Oder hast Du vielleicht gar nicht in der DDR gelebt oder bist kurz nach der Geburt ins Koma gefallen und hast das Paradies nur geträumt? Mädchen wach auf, frag mal Leute, die sich mit dem Thema auskennen.
Über soviel Realitätsverlust kann ich nur staunen und bin geneigt zu glauben, dass du das nicht wirklich ernst gemeint hast.
Stell dich der Wirklichkeit, denn dann ist der schauderhafte Kapitalismus leichter zu ertragen. Heute verbietet mir keiner mehr, mit meinem Nachbarn zu reden und zu lachen.
Pack's an |
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 | Pittiplatsch der Liebe am 21.02.03 um 09:57 Uhr |
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Nun war ich auch drin! Als ossierter Wessi lebe ich seit 10 Jahren in Mecklenburg. Ich bin mit Pittiplatsch, Schnatterinchen und Frau Puppendoktor Pille mit der klugen großen Brille aufgewachsen und habe sie nicht vergessen. Was bei dem Film wieder hochkam - die unglaubliche Aufbruchstimmung dieser Zeit und der Stolz der Menschen, sich gegen die Obrigkeit behauptet zu haben. Die Geschichten aus dem Leben, die mir von unseren neuen Nachbarn erzählt wurden und werden faszinieren mich bis heute. Wenn der realexistierende Kapitalismus sicher nicht der Weisheit letzter Schluss ist - wer behauptet, zu DDR - Zeiten war alles besser, hat nichts kapiert. Das erinnert mich immer an meine Großmutter, die den Verfall der Sitten und die Zunehmende Kriminalität in der BRD beklagte und nie zu erwähnen vergaß, dass es das bei "Adolf" nicht gegeben habe und Arbeitslose gab es auch nicht... Kommt einem bekannt vor, oder? Aber genauso wie niemand ernstlich Adolf wiederhaben will, will sicher auch niemand Erich wiederhaben, oder? Lasst uns stolz darauf sein, dass in unserem Leben etwas passiert ist, was es vorher noch nicht gab und dass wir es einigermaßen hingekriegt haben. |
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 | riko [an eike] am 20.02.03 um 16:35 Uhr |
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hallo , beiträge drer die hier mitschreiben in allen ehren, aber eike sag selber hast du je einen stasischnüffler gesprochen nach der wende, der das auch noch zugegeben hat? wenn ja, dann gratuliere ich dir, ich kenne mehrere dieser sorte, aber keiner hätte den mut zu sagen, dass er es aus überzeugung, dummheit oder sonstigen gründen getan hat.
alle haben eine blütenweisse weste. na super.
ich habe nichts gegen dieses ehemalige land, aber versuche du mir doch einmal plausibel zu erklären, warum menschen die sich in diesem land nicht wohl fühlten und es verlassen wollten mit gefängnis - und das nicht gering bestraft wurden. dabei verstiessen die politiker damit gegen etwas was sie unterschrieben hatten - nämlich - jeder ddr bürger hat das recht in dem land zu leben in dem er leben möchte. aber papier ist bekanntlich geduldig, dass war auch trotz mauer so.
außerdem gab es eine schriftstellerin, die schon gesagt hat- man solle einen menschen nicht zwingen in einem land zu bleiben, in dem er sich nicht wohl fühlt, denn dann ist er für dieses land ohnehin nicht mehr nützlich.dem kann ich nur zustimmen,denn hätte man die leute ziehen lassen, statt sie einzusperren, dann gäbe es deine geliebte ddr vielleicht noch, denn viele haben jenseits der mauer wohl einfach nur ein schlaraffenland erwartet und wären nach einiger ernüchterung zurückgekehrt. |
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