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 | hoppelhase@web.de [hoppelhase@web.de] am 04.11.05 um 00:32 Uhr |
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Vielleicht mag Sie meine Meinung über den Film „Goodbye Lenin“ nicht interessieren, aber trotzdem habe ich das Bedürfnis mich zu äußern, zudem sollte Ihnen meine Kritik es wert sein, beachtet zu werden. Ich fand schon den Film „Sonnenallee“ ziemlich an den Haaren herbeigezogen und auch nicht wirklich lustig.
Was mich am meisten stört an diesen Filmen ist diese selbstgefällige Oberflächlichkeit, mit der vergessen wird, dass es viele Menschen gab, die leider auf der „falschen“ Seite der Mauer lebten, und gewiß manchmal wenig zu lachen hatten.
Mir ist klar, dass die Verhältnisse im Film „Goodbye Lenin“ überzogen wurden. Das ist ein legitimes künstlerisches Mittel. Aber ehrlich gesagt habe ich nach dem Film weinen müssen, wie ich es in meinem Leben selten getan habe. Ich habe nicht fassen können, wie man so einen Film drehen kann, und wie es sein kann, dass man in Dresden im Kino sitzt und die Ossis so blöd sind, und über ihre eigene Vergangenheit lachen können. Zugegeben ist es lustig, wie der Protagonist versucht die gewohnten Lebensumstände der DDR für seine Mutter aufrecht zu erhalten. Aber was Sie vergessen ist, dass es einige Menschen gab, die nicht zuletzt aus Verzweiflung versucht haben, einen neuen Sinn im Leben zu finden. Die Mauer war nun mal nicht zu überwinden.
Ich sehe noch vor Augen wie meine Oma (Rentner durften ja reisen) von einem Urlaub mit Heimatfreunden aus dem Sudetenland erzählte. Das war glaube 1987. Sie war mit den Freunden im Urlaub in Österreich und es muß wohl ziemlich schön gewesen sein. Sie konnte es uns aber gar nicht wirklich mit froher Kunde mitteilen, da sie wusste, dass wir weder ihre Freunde kennen lernen würden, noch das es irgendwie möglich gewesen wäre nach Österreich zu fahren. Für viele wird das nichts außergewöhnliches sein, einen Urlaub in Österreich zu verbringen, aber stelle man sich vor man könnte von heut auf morgen nicht mehr dort hin wo man gern hin möchte. Ich empfehle den DEFA Film "Geteilter Himmel".
Es gab so viele Sachen im Osten, mit denen der Staat versuchte, seinen Bürgern das Leben schwer zu machen. Wenn in Ihrem Intro steht: „Die DDR lebt weiter“, so klingt es eher nach verklärter Romantik. Die DDR war eine Diktatur- ich möchte bitte wissen, wer sich ernsthaft diesen Staat zurückwünscht. Welcher Ossi träumte nicht vor der Wende von so einfachen dingen wie Farbfernseher, Schrankwand, Auto- der normale Wohlstand- hahaha die Ossis! Die alle sagten "Mir hamm dor alle nüscht gehabt". Wirklich zu komisch, aber es war wirklich so! Das ist eben leider dann nicht so lustig.
Wer nicht in der FDJ war konnte seinen Wunschberuf nicht erlernen, wer in der Kirche war musste länger zur NVA als andere, um sein studium beginnen zu können. Kriegsdienstverweigerer wurden geradezu gefoltert (Bausoldat).
Mein Onkel arbeitete oft im Ausland und die Stasi überprüfte sämtliche Familienverhältnisse der engeren und weiteren Verwandtschaft, um sicher zu gehen, dass er nicht Republikflucht machen könnte. Sie wissen hoffentlich was man hier noch anhängen könnte...
Ich bin jedenfalls froh, dass die Wende kam. Mir blieb vieles erspart, zum Beispiel mein Leben wegen einem Staat anders ordnen zu müssen.
Die Mutter des Protagonisten hat für mich letztlich nichts anderes versucht- sie hat sich notgedrungenermaßen mit dem System irgendwie arrangiert- das war in Wirklichkeit halt auch so. Wollen Sie, dass man Leute, die einen Sinn in ihrem Leben suchen auslacht? Leute, die versuchen in einem dämlichen System zurechtzukommen und andere ermutigen weiterzumachen, an sich zu glauben, einen Zweck zu finden- soll man darüber lachen? Man kann natürlich nicht gutheißen ein System wie das der DDR zu unterstützen, aber die Frau die sie in ihrem Film zeichnen ist ein ganz normaler Mensch, der nicht nur an sich selbst denkt.
Ich finde, dass es uns in Deutschland an den Dingen fehlt, über die man in ihrem Film lachen soll. Letztendlich lachen wir doch alle über uns selbst. Ich fand den Film sehr traurig!!!
Wie wärs denn mal mit einem gehaltvolleren Film über die Geschichte Deutschlands. Muß ja nicht bierernst sein, aber eine Lehre kann man doch mit einem schmunzelnden Lächeln verpacken und an den Mann bringen.
Man lacht in diesem Film eben auch über die Schicksale, die dem System während oder danach zum Opfer fielen. Wie viele Leute haben sich wohl aus Ausweglosigkeit totgesoffen, umgebracht, haben ihr Leben riskiert- alles wegen einer blöden, unüberwindbaren Mauer.
Tut mir leid solche Kritik zu schreiben, aber ich möchte ihren Film nicht generell abwerten, vielmehr ist mir wichtig, dass der Film eine andere Reaktion bei mir ausgelöst hat, als bei allen anderen mit denen ich darüber sprach. Zeigen Sie mehr Sensibilität beim nächsten Mal!
Die Leistung der Schauspieler steht dieser Betrachtung natürlich außen vor. |
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 | Arnoud Ens [arnoudens@planet.nl] am 25.10.05 um 08:04 Uhr |
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Dear Filmmakers,
Mein Deutsch ist gar nicht so gut wie mein Englisch. Ich hoffe das es okay is wann ich mir in English unterhalte.
I am a student Film Sciences at the University of Utrecht, and I’m writing an analysis of the openingssequence of Good Bye Lenin. I have decided to analyse the film until the moment Alex is rescued from choking in the march on the evening of the 40th birthday of the DDR. In this analysis my main question is “In what way are the stylistic details and the narrative used to recreate the feeling and atmosphere of the DDR?” I also try to find out how knowledge of the DDR, or a lack of knowledge, influences the interpretation. To be able to do this fully, I have to understand the elements from the DDR used in the openingssequence completely myself. Now, I’m ashamed to say, in Holland we have quite poor education, and what we have isn’t geared towards the DDR. That’s why I’ve had a hard time figuring out what all the buildings were in the slideshow, amongst others. Most of the things I’ve been able to find out, but a few I haven’t been able to discover. That’s why I hoped you might be able to answer my questions. If you don’t mind, here are the things still unclear to me:
1. What is the function of the building in the slideshow that says ‘Milch und Eis Bar’? Why was it important in the DDR?
2. The poster of Lenin hanging on the Kino International, what does the text say? Is it a poster of your film, e.g. a joke, or is it a propaganda poster?
3. One of the last pictures, the view from the Fernsehturm at night, what is the building the camera zooms in on at the beginning? The one that consists of the high office and a small dome right next to it.
4. What is the Pionierpark in Frühling the children go to visit?
5. When a couple of politicians watch the military parade, in 1989, it is clear two of them are Gorbatsjov and Honecker. Is the guy standing between them of any importance, or are there any other (in)famous politicians in the background?
6. What are the protestors yelling? The best I can make of it is ‘Besse Freiheit’, but that doesn’t mean anything.
7. Are there other signs or codes embedded in the openingssequence that you figure I will have missed because I lack the knowledge or experience of the people who lived to see the era themselves?
Thank you so much already for reading my e-mail this far. I hope you find the time to answer any of my questions.
Sincerely yours,
Arnoud Ens |
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