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 | Lisa [ruebli@gmx.at] am 08.07.03 um 12:43 Uhr |
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hallo allerseits!
für mich als österreicherin war es total spannend und informativ zugleich, einen film zu sehen, der sich mit einem thema auseinandersetzt, das ich nur aus geschichtsbüchern und aus dokumentationen kannte.
den mauerfall habe ich nicht wirklich bewusst miterlebt, damals war ich ja auch erst 5. aber an die bewegenden bilder konnte ich mich erinnern, auch wenn ich damals noch nicht verstand, worum es ging, haben sie sich doch eingeprägt.
in der schule wurde das thema ddr und mauerfall im geschichtsunterricht nur am rande behandelt. ich begann, mich dafür zu interessieren und mich damit auseinanderzusetzen, da es ja für mich sozusagen "gegenwartsgeschichte" ist - das, was unmittelbar während meiner kindheit passierte.
ich möchte allen schauspielern und dem regisseur ein großes lob aussprechen.
ein sehr bewegender film, der sehr zum nachdenken anregt.
liebe grüße aus wien,
lisa |
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 | miss t. am 01.07.03 um 12:58 Uhr |
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Hallo
Ich schreibe eine Arbeit ueber "Ostprodukte gegen Westprodukte in Nostlagie Filmen", ich wuerde gerne wissen, wie viele Ostprodukte im Film Good Bye, Lenin! vorkommen, wie sie beschafft wurden (die nicht mehr existierenden Produkte), wie das Abkommen zwischen dem Konzern "Burger King", "Rotkaeppchen Sekt", etc. und "Good Bye, Lenin" ist z.B., also alles ueber "product placement" und Sponsoren.
DA ich in London bin, habe ich leider keinen Zugang zum Film, der laeuft hier nicht. Ich habe ih nur einmal gesehen. Koenntet ihr mir die paar Fragen beantworten.
danke
T. |
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 | Roger Wojciechowski [Relias1976@gmx.de] am 22.06.03 um 22:16 Uhr |
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Hallo Leute (Loide) !!!!!
Club-Cola = DDR-Begriff für Coca-Cola
Ische = Begriff für eine hübsche junge Frau
Lichtspielhaus = Kino
Friedensgrenze = DDR-Bezeichnung für die deutsch-polnische Grenze
Stalin-Linie = Bezeichnung der deutschen Vertriebenen-Verbände für die Oder-Neisse-Grenze
Westberlin (!!!!!)= DDR-Schreibweise für die Berliner Westsektoren (Westberlin konnte man wohl in der DDR nur unter dem Anfangsbuchstaben "W" finden, nicht unter "B" wie Berlin)
Apparatschiks = "Falken" bei der SED und der KPdSU
(ob das jetzt alles Begriffe sind, die in der DDR oft benutzt wurden, weiss ich nicht)
Wenn ich das Rad der Geschichte zurückdrehen könnte, dann möchte ich gerne Deutschland zur guten alten Kaiserzeit, in der Weimarer Republik und zur DDR-Zeit erleben, besonders halt Flairmäßig und architektonisch.
Ich glaube, dass Ost-Berlin und viele DDR-Städte vor 1989 noch richtig interessant aussahen: kein heimatloser Kapitalismus, DDR-Pommes-Frites, DDR-Schrippen, DDR-Produkte, alte verfallene Häuser, so ein schöner DDR-Ostblock-Geruch in den Städten und Dörfern, noch unrenovierte schöne Plattenbauten, viel weniger Verkehr, noch gute Trabbis und Wartburgs auf dem Territorium der DDR, keine Globalisierung, sondern eine sich belebende Konkurrenz zwischen Ostblock und NATO, fast alle DDR-Bürger hatten Arbeit, Ruhe und Sicherheit. Ich bin überhaupt nicht politisch "links", aber ich muss auch sagen, dass die Mauer der DDR so eine Sicherheit gab, gegen die westliche Dekadenz, gegen den zügellosen freien Kapitalismus, gegen zu viel Verkehr, gegen die Globalisierung nach USA-Vorbild usw. Ich finde die Architektur der ehemaligen Staaten des Warschauer Vertrages viel viel interessanter, als die Architektur in West-Berlin und Westdeutschland und den USA. Vor allen Dingen die Ostblock-Plattenbauten und die DDR-Architektur der Kaufhallen, der DDR-Schulen und der SED-Gebäude hat es mir sehr angetan. In den ganzen ehemaligen Ostblockstaaten ist die sozialistische Architektur sehr patriotisch, bodenständig, gemütlich und einfach schön. Dagegen verursachen bei mir so moderne Bauten aus Glas oder US-Amerikanische Wolkenkratzer Ekel und Langeweile.
Natürlich war die DDR auch ein Unrechtsstaat und ich als West-Berliner fand die BRD tausend Mal besser als die DDR. Ich bin sogar ein kleiner Monarchist. Aber Deutschland und Berlin müssen ihr geistiges, kulturelles und architektonisches Potential nutzen, das Deutschland zwischen 1945 und 1990 aus zwei unterschiedlichen Staaten bestand, die zwei unterschiedlichen Gesellschaftssystemen angehörten.
Ich finde die DDR-Produkte sogar eigentlich noch interessanter als die BRD-Produkte, weil ich in West-Berlin aufgewachsen bin.
Ich war auf der OSTPRO in Berlin- Landsberger Allee gewesen - das war eine Messe für DDR-Produkte. Kann ich nur weiterempfehlen.
Für DDR-Nostalgiker kann ich den Buschfunk-Verlag empfehlen, sowie den DDR-Souvenirladen "Mondos Arts" in der Schreinerstrasse 6 in Berlin-Friedrichshain. "Mondos-Arts" ist einfach das Eldorado für DDR-Nostalgiker, auch wenn ich mir persönlich immer noch einen Kaiser wünsche.
CIAO |
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 | Roger Wojciechowski [Relias1976@gmx.de] am 22.06.03 um 21:29 Uhr |
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Einige weitere DDR-Begriffe:
Mokkafix: Kaffee (?)
Platte: Plattenbau
Plattenbau: sozialistisches Hochhaus für viele Mietparteien mit komfortablen Wohnungen und mit sanitären Einrichtungen innerhalb der Wohnung (ganz im Gegensatz zu vielen Altbauten in Berlin-Prenzlauer Berg, wo es nur Außenklos gab)
Spreewaldgurken: besondere Gurken in Essigsoße
Fillinchen: ????? irgendeine DDR-Spezialität
Rennpappe: Trabant 601
Planübererfüllung: Wirtschaftsformel der DDR-Planwirtschaft
Simson: DDR-Roller bzw. DDR-Motorrad
Wie hieß das DDR-Wort für "Negerkuss" ?
Abschnittsbevollmächtigter: ????
Nun noch einmal zur DDR-Architektur:
man sollte in den Innenstädten der Ex-DDR-Städte die historischen Gebäude wieder aufbauen (z.B. den Neumarkt in Dresden, das alte Rathaus und die Ratswaage in Halle / Saale, das Potsdamer Stadtschloss, die Potsdamer Garnisonkirche, die Potsdamer Stadtgräben, das Berliner Stadtschloss, den Neuen Markt um die Marienkirche in Berlin-Mitte, die Garnisonkirche in Berlin-Mitte und andere alte Häuser in den Innenstädten der ehemaligen DDR usw.). Aber zum Beispiel Bauten im sowjetischen Zuckerbäckerstil (wie in Berlin und Magdeburg z.B.) sollte man erhalten. Bei den Plattenbauten außerhalb der Innenstädte gefallen mir die Plattenbauten am besten, die unrenoviert sind und die noch so da stehen, wie sie uns die DDR überliefert hat (in Cottbus-Zuschka-Neu-Schmellwitz gibt es so eine Siedlung, aber auch in Berlin-Buch und in Berlin-Pankow). In Bernau bei Berlin in der Oranienburger Strasse (nahe der Fichtestrasse usw.) gibt es eine Siedlung, wo früher mal die Sowjetrussen gelebt haben. Richtig schöne alte verfallene Häuser, in denen die DDR noch weiterlebt. Diese "Russensiedlung" soll aber abgerissen werden und statt dessen langweilige LBS-Bausparvertrag-Wüstenrot-Schwäbisch -Hall-Einfamilienhausvillen und so ein langweiliger modernistischer Kram errichtet werden. Wenigstens in den alten verfallenen Häusern, den Plattenbauten am Stadtrand und den älteren Häusern mit grauem DDR-Putz könnte die DDR weiterleben. Ist doch besser, als diese Gebäude ganz in weiss oder in ödem beige zu renovieren. Ich selber finde auch den Wartburg und den Trabant sehr interessant (da ist wenigstens noch Leben drin, ganz im Gegensatz zu den neuesten Modellen von Daimler-Chrysler, Opek oder Ford). Auch die politischen DDR-Propagandafilme der 50er und 60er Jahre fand ich richtig gut, auch wenn das nicht immer meine politische Meinung ist. Es sollte auf dem Territorium der ehemaligen DDR mehr russische, polnische, vietnamesische und kubanische Restaurants und Imbisse geben. Auch EX-DDR-Imbisse, wo es Pommes Frites, Schrippen, Griletta, Broiler usw. gibt und die von Deutschen geführt werden, die die DDR noch "live" erlebt haben.
CIAO
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 | Roger Wojciechowski [Relias1976@gmx.de] am 22.06.03 um 20:50 Uhr |
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Ich fand den Film "Good bye Lenin" richtig gut, weil mir alle Schauspieler sehr sympathisch waren. Auch die Katrin Sass hat so eine rethorisch gute Ader, dass ich sagen muss, dass die Katrin Sass die DDR noch im Blut hat und dass bei Katrin Sass die DDR weiter lebt. Bei diesem Film konnte man viel über die DDR lernen und ich interessiere mich sehr für die DDR-Architektur. Mir gefallen sehr die Einfamilienhäuser in dem typischen grauen DDR-Putz und auch die Plattenbauten, so fern man sie nicht an Stelle historischer Innenstädte gebaut hat, haben so etwas heimatliches und bodenständiges. Ich bin ein großer Bewunderer der Russen und der osteuropäischen Völker. Weil ich mich aber auch mit Politik beschäftige, muss ich auch sagen, dass die Partei "Die Republikaner" eigentlich nicht neonazistisch ist, sondern rechtskonservativ. Es gibt bei den Republikanern einen Abgrenzungsbeschluss gegenüber Rechtsextremisten und der NPD. Die Republikaner verzichten in ihrer Satzung auf Gewalt gegen Sachen und vor allen Dingen gegen Menschen. Die Republikaner sind in ihrer Satzung nicht kriminell, sondern nur rechtskonservativ. Die Republikaner sind aus der CSU hervorgegangen und nicht aus einer rechtsextremistischen Vereinigung. Die Republikaner bejahen das Grundgesetz und die Verfassung der Bundesrepublik Deutschland und sie verurteilen jedwege Gewalt, ob sie nun gegen Deutsche oder Ausländer gerichtet ist. Von Hitler und anderen Extremisten halte ich überhaupt nichts. Ich bin eher humanistisch geprägt und ich achte die Menschenrechte. Ich versuche nur, das Gute, das Wahre und das Schöne zu tun. |
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